Alkohol-/Drogen-/Medikamenten-/Nikotinabhängigkeit
Man unterscheidet den Missbrauch einer Substanz von der Abhängigkeit. Von Missbrauch wird gesprochen, wenn eine Substanz nicht mehr ausschließlich des Genusses wegen konsumiert wird, sondern damit versucht wird, das eigene psychische Befinden zu beeinflussen. Die Substanz wird dann beispielsweise eingesetzt, um beruflichen Druck besser auszuhalten, um leichter abschalten zu können, um schnellere Entspannung zu erreichen, Ängste zu lösen oder depressive Stimmungen aufzuhellen. Ein Missbrauch würde auch dann bestehen, wenn eine Substanz als Vehikel zum Knüpfen zwischenmenschlicher Kontakte benötigt oder das Erleben von Spaß hauptsächlich mit dem Konsum von bestimmten Substanzen in Verbindung gebracht wird.
Die Abhängigkeit von einer Substanz ist die nächste Stufe im Verlauf einer Suchtentwicklung. Der Konsum wird noch weiter gesteigert. Es geht die Kontrolle über die Menge des Konsums mehr und mehr verloren. Man spricht von Kontrollverlust als einem wesentlichen Hinweis für das Vorliegen einer Sucht. Das alltägliche Leben stellt sich allmählich auf die Sicherstellung der ausreichenden Versorgung mit dem Suchtmittel um. Das heißt, die Gedanken kreisen häufig darum, ob noch genug Stoff vorhanden ist und ob man dort, wo man gerade hingeht auch die Möglichkeit hat, ihn schnell zu beschaffen. Das Gefühlsleben, die geistigen Fähigkeiten – Konzentrationsfähigkeit, Merkfähigkeit, etc. – und auch das soziale Leben in Familie, Beruf und Freundeskreis werden vom Suchtmittel bestimmt und beeinträchtigt.
Es treten bei Verzicht auf die Substanz Entzugserscheinungen auf. Das können innere Unruhe, Nervosität, Händezittern, Schwitzen oder auch Angstgefühle sein. Begleitet werden diese Symptome unter Umständen von Schlafstörungen und Appetitlosigkeit. Da sich der Organismus auf eine wiederholt und regelmäßig eingenommene Substanz einstellt und ausgleichend reagiert, kommt es im Laufe der Zeit dazu, dass bei gleichbleibender Dosis keine Wirkung mehr erzielt wird. Man spricht in diesem Zusammenhang von einer Toleranzsteigerung. Der Erkrankte hebt als Reaktion darauf die Menge seines Konsums kontinuierlich und oft subjektiv ungemerkt stetig an.
Selbsteinschätzung
Um den eigenen Umgang mit Genussmitteln einschätzen zu können, füllen sie die folgende kurzen Tabelle über das Rauchverhalten aus. Es handelt sich dabei um einen Kurztest, der als wissenschaftlich abgesichert gilt und sich in der klinischen Praxis bewährt haben.
Fagerström-Test zur Nikotinabhängigkeit
|
| Auswertung | Gesamt |
| keine Abhängigkeit | 0 – 2 Punkte |
| geringe Abhängigkeit | 3 – 4 Punkte |
| mittlere Abhängigkeit | 5 Punkte |
| starke Abhängigkeit | 6 – 7 Punkte |
| sehr starke Abhängigkeit | 8 – 10 Punkte |

